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Hier ziehen nicht alle mit

Oliver Fritsch | Donnerstag, 25. März 2004 Kommentare deaktiviert für Hier ziehen nicht alle mit

Trägt die Euphorie in Stuttgart Gefahren in sich? – Bayern-Krise: „Geschichte wiederholt sich“ (SZ) – Diskussion um den Charakter der Bayern-Elf und um Michael Ballacks Führungsstärke – mit Matthias Sammer legt man sich besser nicht an – Dortmund beißt sich durch – Mike Hanke, von der dunklen Tribüne ins Licht – Tsp-Interview mit Christian Hochstätter – Fabian Ernst, gut in Form

Oliver Trust (FR 8.11.) warnt vor den Gefahren des Stuttgarter Aufschwungs: “Neulich sorgte die Stuttgarter Zeitung für Aufregung unter der schwäbischen Lehrerschaft. Die Landesregierung, so berichtete das Blatt scherzhaft, habe sich offenbar entschlossen, ohne vorherigen Erlass in Baden-Württemberg eine einheitliche Schuluniform einzuführen. Wie anders sei es ernsthaft zu erklären, dass Stuttgarter Schüler gleich klassenweise einheitlich gekleidet zum Unterricht erschienen, nämlich im Trikot des örtlichen Fußballclubs VfB Stuttgart. Der neue Höhepunkt der Euphorie im Schwäbischen gehört zu den netten Begleiterscheinungen der bemerkenswerten Erfolge, die überall als Fußballmärchen beschrieben werden. Die Mitgliederzahl der Roten aus Bad Cannstatt stieg in ein paar Monaten von 8000 auf über 11 000, Prominente, obwohl in weit entfernten Teilen der Republik polizeilich gemeldet, füllen Mitgliedsanträge aus als seien es Liebesbriefe und in den Sportteilen steht, die Stuttgarter seien das neue Bayern München. Nun besteht zwar die Aussicht, der VfB könnte die einzige deutsche Mannschaft im Achtelfinale der Champions League sein. Ernsthafte Vergleiche mit dem Branchenriesen aus dem Süden schmecken weder Präsident Erwin Staudt noch Magath. Er sehe darin eine ernste Gefahr, meinte Magath. Dass wir siegen ist selbstverständlich geworden, niemand fragt danach, ob wir noch genügend Zeit haben, uns gewissenhaft auf unsere Aufgaben vorzubereiten, so Magath. Die Bayern, so Staudt, seien allenfalls auf dem Wirtschaftssektor ein Vorbild (…) Nicht nur die Aussicht ausgerechnet bei einem der Kellerkinder der Liga die erste Niederlage zu kassieren, bereitet den Schwaben Sorge. Den Jungstars Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel flattern reihenweise Angebote auf den Tisch. Das jüngste Gerücht erzählt vom AC Mailand, der nach einer Unterschrift Kuranyis trachte. Während Magath vom Klub fordert, man solle gerade jetzt in der Phase des Aufschwungs ein gewisses finanzielles Risiko eingehen und die Verträge mit Kuranyi und Hinkel verlängern, sieht er sich nicht von allen unterstützt. Vor allem Finanzvorstand Ulrich Ruf bremst und neidet Magath die Machtfülle, die der Trainer-Manager in Stuttgart genießt. Hier ziehen nicht alle mit, sagte Magath.“

Philipp Selldorf (SZ 7.11.) kommentiert die Folgen der Münchner Niederlage gegen Lyon: „Die Geschichte wiederholt sich, und für Ottmar Hitzfeld ist es eines der dunklen Kapitel seiner ungemein erfolgreichen Laufbahn, das sich hier ankündigt. Vor einem Jahr stand Hitzfeld vor dem Ende seiner Amtszeit beim FC Bayern, weil die Mannschaft aus der Champions League ausgeschieden war, unter Umständen, die Rummenigge als „Schande“ geißelte. Die Bayern hatten mit ihrem sich neu formierenden Team ein Jahr des Umbruchs bestehen wollen, für den Generationswechsel habe man „wie die Wahnsinnigen“ investiert, sagte damals Uli Hoeneß. Das Niveau im Herbst 2002 lag den Erwartungen fern, aber Hitzfeld schaffte die Umkehr und am Ende reihte er zwei weitere Titel in seine Sammlung ein. Im Herbst 2003 ist die Lage folgende: Der Verein hat investiert wie wahnsinnig – und steht in der Champions League am Rande des Abgrunds. Das Betriebsklima auf dem Platz entspricht der Kälte des Verteilungskampfes, den die Bayern um Fernseh- und Sponsorengelder führen. Der von Rummenigge stolz als „Beckenbauer Südamerikas“ präsentierte Martin Demichelis wirkt wie eine argentinische Variante von Georg Schwarzenbeck, und die Behauptung von Uli Hoeneß, Real Madrid fürchte sich nur vor dem FC Bayern, wie ein satirischer Beitrag. Damals, im Herbst 2002, schaffte Hitzfeld mit seiner Mannschaft durch einen Sieg gegen Borussia Dortmund die Wende. Das wird diesmal nicht reichen. Er wird viel Kraft brauchen in den nächsten Wochen.“

Elisabeth Schlammerl (FAZ 8.11.) fügt hinzu: „Selten kommt es vor, daß Ottmar Hitzfelds Worte drastischer sind als die seiner Vorgesetzten. Der Trainer, der bei seinen Analysen meist Phrasen bemüht, sprach nach dem Spiel gegen Lyon davon, daß er am liebsten im Boden versunken wäre, so habe er sich geschämt in der zweiten Halbzeit. Ich habe meine Mannschaft noch nie so schlecht gesehen. Hitzfeld monierte, daß Leistungsträger gravierende Fehlpässe über fünf Meter unterlaufen sind. Vergeblich hatte er gehofft, daß uns da noch einer rausreißt. Die Mannschaft ist auseinandergefallen. Daß der Münchner Boulevard sich zurückhält bei der Trainer-Kritik, hat womöglich auch mit dem vergangenen Jahr zu tun. Damals waren die Bayern zum gleichen Zeitpunkt schon einen Schritt weiter, nämlich ausgeschieden aus der Champions League, und die Bild-Zeitung hatte behauptet, die Tage von Ottmar Hitzfeld seien gezählt. Vor einem Jahr hatten die Verantwortlichen eine andere Strategie gewählt und beschlossen, bis zu jenem Spiel gegen die Borussia nichts zu sagen. Jedes Wort, das sie verlören, das war ihnen damals klar gewesen, wäre als eines gegen Ottmar Hitzfeld ausgelegt worden. Allerdings hatte gerade dieses beharrliche Schweigen den Trainer auch in Bedrängnis gebracht, weil er allein gelassen schien in dieser prekären Lage. Dieses Mal wird geredet bis zum Sonntag. Die Spieler des FC Bayern allerdings reden nur untereinander in einem zweitägigen Trainingslager am Tegernsee. So sachlich und gemäßigt, wie die Verantwortlichen derweil die Krisenbewältigung in der Öffentlichkeit betreiben, sollten die Gespräche zwischen den Spielern allerdings nicht sein.“

Seine besten Auftritte hatte Ballack unter Daum, Toppmöller und Völler.

Philipp Selldorf (SZ 8.11.) antwortet auf die Frage nach der Führungsstärke Michael Ballacks: „In der Nationalelf hat Ballack die Frage längst beantwortet. Keiner stellt mehr in Abrede, dass er als Kopf des Teams fungiert und allenthalben anerkannt wird. Warum also entsteht in München ein anderer Eindruck? Weil Ballack nicht die Manieren und den Charakter Effenbergs hat? Das kann niemandem ernsthaft missfallen, und das Gerede, Ballack ziehe durch seine große öffentliche Geltung Neid und Widerstand der Mitspieler an, findet keinen überzeugenden Beleg. Ebenso wie Rudi Völler hat auch Ottmar Hitzfeld den Mittelfeldspieler aus gutem Grund für unersetzlich erklärt. Allerdings spielt er in den Vorstellungen des Münchner Trainers eine andere Rolle als im Spielsystem des Teamchefs, dessen Idee Ballacks Wünschen weitaus näher liegt (…) Seine besten und spektakulärsten Auftritte hatte er nicht bei den Bayern, sondern unter den Trainern Daum, Toppmöller und Völler. Deren Spielauffassung ermöglichte ihm Freiheiten nach vorn, die er sich unter Hitzfeld nur mit Gewissensbissen nehmen kann. In München muss Ballack in der hintersten Linie des Mittelfeldes oft eine Arbeit machen, wie sie im Nationalteam Carsten Ramelow erledigt. In Hitzfelds unumstößlichem Spielentwurf stellt er nur einen von elf Bestandteilen dar, und wenn es auch ein herausgehobener Part sein mag, so bleibt er doch immer dem Sicherheitsvorrang unterworfen. Des Trainers 4-4-2-Ordnung ist das Gesetz jedes Bayern-Spiels: bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit, gegen jeden Gegner. Das sorgt für stabile Verhältnisse – und erfriert manchmal in einer Aufteilung, in der nichts Überraschendes geschieht, weil sich kein Spieler überraschend bewegt. Gegen Lyon kam das statische System gänzlich zum Stillstand.“

Die Reporter haben Angst vor diesen attackierenden 180 Zentimetern

Sehr lesenswert! „Matthias Sammer hat alle weich gekocht, es geschafft, jedes Gespräch zu diktieren“, schreibt Ingo Durstewitz (FR 8.11.): “Wenn der Feuerkopf in den Interview-Ring klettert, halten sogar die Kameramänner gespannt die Luft an: Hüsteln unterdrücken, flach atmen, durch die Nase am besten, nur nicht schnaufen (unsichtbar machen geht leider nicht, wäre aber nicht schlecht). Hitze breitet sich aus im kleinen, stickigen Studio, es knistert, als sei er, der Feuerkopf, elektrisch geladen (ist er ja auch, irgendwie). Rotlicht, Auftritt Matthias Sammer, 36, Fußballtrainer, Wüterich, Raubein – und Wanderprediger mit Grobrhetorik in der guten Sache Borussia Dortmund. Sammer reißt die kalten Augen auf, die so unsagbar böse funkeln können, zieht die (fast unbehaarten) Brauen hoch, die käsige Stirn legt sich in Falten wie ein Rollladen, die Narbe über dem rechten Auge tanzt auf und ab. Er schließt die Augen, vergräbt die rechte Hand in der Tasche der Trainingshose, dreht den Oberkörper um 90 Grad; gedankenverloren lässt er mit der anderen Hand das Wasserglas rotieren. Dann strafft sich der Körper, Sammer fährt herum – und stiert! Penetrant, durchdringend. Er starrt seinen Gegenüber an, als wolle er in ihn hineinkrabbeln und ihn aushöhlen. Ausgebuffte Fernsehmänner stottern, vergessen die Syntax, weil sich in Sammers Augen die Verachtung für die Möchtegern-Experten mit ihren schwachsinnigen Fragen widerspiegelt. Diese Frage ist ja wohl ein Scherz. Das ist nicht Ihr Ernst. Blafft er gerne. Dann ist er gut drauf. Sammer, die Impulsivität auf zwei Beinen, keift und zetert, wütet und zischt. Sein Ton ist schneidend, er streut elend lange Ähs ein, um seine nächste Attacke vorzubereiten, in seiner Stimme schwingt ein drohender Unterton mit, eine subversives: Freundchen, pass auf! Die Reporter (nicht nur weichgespülte Kuschel-Talker) haben Angst (ja, Angst) vor diesen attackierenden 180 Zentimetern mit dem roten Haupthaar und den roten Stoppeln im Gesicht. Sammer hat alle weich gekocht, es geschafft, jedes Gespräch zu diktieren. Er sagt, was er will, weil ihn niemand mehr etwas fragt (…) Neulich, als Borussia Dortmund in Frankfurt gespielt hat, ist ein Zuschauer hinter ihm aufgesprungen und hat Sammer angeschrieen, er solle seiner Mannschaft mal diese nervige Schauspielerei abgewöhnen. Sammer ist wie eine Furie herumgeschossen, hat vier Finger hochgehalten und zurückgebrüllt: Vier Kreuzbandrisse hab‘ ich. Was willst du also?“

Spannend, spannender, Borussia

Roland Zorn (FAZ 8.11.) schildert Dortmunder Durchhaltevermögen: „Schade, daß das Münchner Oktoberfest schon vorbei ist. Die Reisegesellschaft nämlich, die am Sonntag in der bayerischen Landeshauptstadt zu Gast ist, liebt Achterbahnfahrten. Borussia Dortmund hat schwindelerregende Berg-und-Tal-Partien im heimischen Westfalenstadion hinter sich. Dabei ist der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga am vergangenen Sonntag im Meisterschaftsspiel gegen den Hamburger SV zunächst in Untiefen gestoßen worden wie am Donnerstag in der UEFA-Pokalbegegnung mit dem FC Sochaux. Wurde aus einem 0:2 noch ein 3:2-Sieg über den HSV, reichte es nach dem 0:2-Rückstand gegen die Franzosen immerhin noch zu einem 2:2 im Hinspiel der zweiten UEFA-Cup-Runde. Beim verletzungsgeplagten BVB jedenfalls geht es dieser Tage so rund, daß den Anhängern der Westfalen im Auf und Ab der Gefühle manchmal der Atem stockt. Spannend, spannender, Borussia. Und nun geht’s zum klassischen Bundesliga-Gipfel, Bayern, selbst krisengeplagt, ruft, und die Borussia kommt allen Personalsorgen zum Trotz gern. Manager Michael Meier jedenfalls ist vor dem Gang ins Olympiastadion am Sonntag nicht bang. Was uns im Augenblick auszeichnet, ist westfälische Durchhaltementalität. Der einzelne gilt weniger, dafür um so mehr das Gemeinschaftsgefühl.“

Richard Leipold (FAZ 8.11.) schüttelt Mike Hanke die Hand, vor kurzem Schalkes Ersatzspieler, nun zweifacher Torschütze im Uefa-Cup: “Vor sechs Jahren, als die Generation der Eurofighter Schalker Fußballgeschichte schrieb, stand Mike Hanke als Jugendlicher in der Nordkurve. In Block drei des Gelsenkirchener Parkstadions jubelte er den Königsblauen zu, die am Ende überraschend den Titel gewannen. Die Eurofighter sind längst in den sportlichen Ruhestand getreten, und aus Hanke, dem Fan, ist ein Profi geworden, der sich anschickt, die Herzen der Anhänger zu erobern. Der Aufstieg aus der Nordkurve ins Sturmzentrum ist eine Erfolgsgeschichte, die gerade in einer Hochburg der Emotionen die Menschen begeistert (…) Vor kurzem faßte er sich ein Herz und ging zu Trainer Jupp Heynckes, um ihn zu fragen, warum er über den Status einer Randfigur nicht hinauskomme. Ermuntert, offen seine Meinung zu sagen, beklagte der junge Mann sich über mangelndes Vertrauen. Dann ist Heynckes ein wenig lauter geworden, berichtet Hanke. Er hat mir erklärt, was ich falsch mache, was ich ändern muß, um hier eine Zukunft zu haben. Heynckes habe ihm vorgeworfen, er laufe zu wenig und gebe nicht alles für den Klub und den Beruf. Seit diesem Beratungsgespräch hat sich vieles geändert, und zwar prompt. Der Trainer vertraut Hanke neuerdings und hat ihn dreimal nacheinander für die Startelf nominiert. Hanke zahlt den Vorschuß durch gute Leistungen zurück – und durch wertvolle, teils technisch anspruchsvolle Tore wie gegen Bröndby. Mike hat sich in den letzten zwei, drei Wochen um 180 Grad gedreht, er ist so gut wie Stammspieler, sagt Heynckes. Die vermeintlich übermächtigen Rivalen haben Hanke offenbar unterschätzt; ehe sie sich versahen, hat der Emporkömmling sie verdrängt.“

Ich hatte Signale aus Mannschaft und Umfeld, dass schnell etwas passieren musste

Tsp-Interview mit Christian Hochstätter

Tsp: Lienens kam Entlassung aber sehr plötzlich.

CH: Ich glaube, das Problem war, dass wir die Entscheidung vor der Öffentlichkeit getroffen haben. Die Medien und auch die Zuschauer waren darauf noch gar nicht vorbereitet. Hätten wir noch 14 Tage gewartet, hätte die Entlassung wahrscheinlich einen ganz anderen Touch bekommen. Aber ich hatte eben Signale aus der Mannschaft und aus dem Umfeld, dass schnell etwas passieren musste.

Tsp: Lienens Entlassung hat eine Diskussion über die Sitten im Profifußball ausgelöst. Ist die Branche verlogen?

CH: Was heißt verlogen? In der freien Wirtschaft ist es auch nicht anders. Nur wenn dort ein leitender Mitarbeiter entlassen wird, wird nicht wochenlang in den Medien diskutiert, ob die Entscheidung moralisch verwerflich ist.

Tsp: Der Spiegel hat geschrieben, dass die Vereinsmanager nun stärker unter Druck geraten.

CH: In meinem Fall trifft das sicherlich zu, weil unser Präsidium gesagt hat, wenn das mit dem neuen Trainer Holger Fach nicht funktioniert, reden wir auch über den Sportdirektor. Aber mein Vorgänger Rolf Rüssmann durfte hier fünf Trainer verschleißen und 30 Millionen Mark Schulden machen. Ich werde schon nach meiner ersten Trainerentlassung in Frage gestellt.

Tsp: Für alle bisherigen Trainerentlassungen waren recht junge Manager verantwortlich: in Hamburg Dietmar Beiersdorfer, in Köln Andreas Rettig und eben Sie. Werden die Neulinge in diesem Geschäft schneller nervös?

CH: Das hat nichts mit dem Alter zu tun. Wie stellen Sie sich das denn vor: dass Christian Hochstätter zu Ewald Lienen geht und sagt: „So, du bleibst ab jetzt zu Hause“ – und erst danach das Präsidium informiert? Kein Manager trifft eine solche Entscheidung alleine.

Tsp: Glauben Sie, dass es auch elegante Trainerwechsel gibt?

CH: Sicher gibt es die: Wenn die Trainer aus ihrem Vertrag rauswollen, ist es meistens elegant. Wenn der Verein es will, ist es meistens nicht elegant. Das war in Gladbach so und in Hamburg auch. Aber Kurt Jara hat sich so verhalten, wie man sich als Trainer verhalten sollte. Natürlich ist er enttäuscht, aber ich habe nicht ein böses Wort von ihm gehört. Mit solchen Trainern kann man arbeiten.

Tsp: Ewald Lienen hingegen hat sehr emotional reagiert. Ihr Präsidium soll Ihnen untersagt haben, sich zu seinen Vorwürfen zu äußern.

CH: Das stimmt nicht. Ich weiß selbst, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich glaube nicht, dass Christian Hochstätter über Ewald Lienen Müll ausgekippt hat. Das war eher umgekehrt. Und selbst darauf habe ich nicht reagiert, weil ich Verständnis dafür habe, dass der Ewald sauer ist. Was ich seltsam finde, ist, dass es jetzt heißt, ich hätte ihm die Zukunft verbaut. Ich war derjenige, der ihm überhaupt eine gegeben hat – weil ich ihm hier im März eine Chance gegeben habe.

Christof Kneer (BLZ 8.11.) schätzt die Qualitäten von Fabian Ernst, Werder Bremen: “Es ist vielleicht das größte Kompliment für diesen jungen Mann, dass sie bei Werder fast schon vergessen haben, dass Torsten Frings hier einmal Wunder wirkte. Manchmal gibt es noch diese Tage, an denen die Bremer diesen kompakten Treibauf vermissen, der mit dem Ball am Fuß gegnerische Abwehrreihen sprengte. Sie haben ein Weilchen gebraucht, bis sie das unsichtbare Spiel seines Nachfolgers entziffert hatten, aber nun wissen sie, dass diese Unsichtbarkeit ein Teil seines Erfolges ist. Fabian Ernst ist weniger präsent als Frings, aber dafür hat sein Spiel ein Geheimnis. Manchmal sieht man seine Heldentaten erst hinterher, in Zeitlupe. Man sieht dann im Fernsehen einen jubelnden Ailton – erst später sieht man, dass das Tor hinten im Mittelfeld angebahnt wurde, von Fabian Ernst. Es ist wahr, dass die Bremer derzeit den farbigsten Fußball der Liga spielen – wahr ist aber auch, dass Ernst dem poppigen Vortrag erst einen Rhythmus gibt. Fabian Ernst ist eine moderne Nummer sechs, und es ist definitiv eine neue Qualität in seinem Spiel, dass er inzwischen auch Jagd macht auf die Rekorde, die sonst die offensiven Kollegen unter sich aufteilen. Alle einschlägigen Scorerlisten führen den Bremer in der Spitzengruppe, obwohl er in dieser Saison noch kein Tor geschossen hat – aber er hat schon acht vorbereitet. Zehn Vorlagen fehlen noch, dann fällt der Bundesliga-Rekord des ehemaligen Vereinskollegen Andreas Herzog.“

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