Champions League
Selbsthilfegruppe mit funktionierendem Immunsystem
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| Mittwoch, 2. November 2005Heilung und Genesung – solche Bilder schießen einem wohl in den Kopf, wenn man die konstant guten Bremer, die regelmäßig ihre besten Leute verkaufen müssen, spielen sieht. Die SZ hat vor zwei Wochen geschrieben: „Es scheint, als würde sich die Elf einen Spaß daraus machen, umso entschlossener zu gesunden, je mehr Wunden man ihr schlägt.“ Auch Frank Heike (FAZ) bestaunt ihre Gesundheit: „Die Bremer haben sich zu einer beeindruckenden Selbsthilfegruppe mit funktionierendem Immunsystem entwickelt. Kurz schütteln und dann weitermachen, so sind sie. (…) Die Innenpolitik des Klubs ist vom stetigen Wechsel geprägt. Inzwischen sind jedoch Veränderungen festzustellen. Es ist etwas leichter geworden für Werder, Abgänge zu verkraften. Werder hat Geld.“ Sven Bremer (BLZ) ergänzt und verweist auf die beständige Entwicklung Tim Borowskis: „So charmant der große Blonde mit dem strammen Schuss im Gespräch wirkt, so aggressiv geht er inzwischen auf dem Fußballplatz zu Werke. Als er gegen Eintracht Frankfurt zwei Treffer beisteuerte, jubelte er nicht, nein: Er schaute grimmig. Der Blick demonstrierte die Entschlossenheit, mit der Borowski nach wie vor meint, den Vorbehalten der Fans entgegenwirken zu müssen. Denn spielte Werder mal nicht brillant, war er stets der Erste, den die Zuschauer mit Pfiffen bedachten. Arroganz unterstellten sie ihm. (…) Immer wieder hat Borowski in seiner Karriere mit überhöhten Erwartungen gekämpft.“
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Feldmarschall in der Diktatur des Resultats
Liebe, nein, Liebe ist es nicht, was die Italiener und Birgit Schönau (SZ) für Fabio Capello empfinden: „Dass einer, der als Spieler und als Trainer so viel gewonnen hat, ein abgeklärtes Verhältnis zum calcio pflegt, wird im Fußball-hysterischen Italien als Provokation empfunden. Zu den Tifosi hat er überhaupt keinen Draht, es ist schon vorgekommen, dass er enthusiastische Fans eigenhändig vom Rasen verscheucht hat. Capellos Unnahbarkeit wird ihm als Arroganz, seine Zurückhaltung als Gefühlskälte ausgelegt. Seitdem er im Sommer letzten Jahres von Rom zu Juventus Turin wechselte, ist er seinen Landsleuten noch weniger sympathisch. Der Trainer wirkt seither wie der fleischgewordene Juve-Stil: Zum Siegen verdammt, verkörpert er leidenschaftslose Effizienz. (…) Es hat Zeiten gegeben, da hatte er Doping im Fußball gegeißelt. Da hatte er geäußert, er könne sich nicht vorstellen, jemals Trainer in Turin zu werden. Jetzt ist Capello Feldmarschall in der Diktatur des Resultats.“ Bei diesen Attributen hätte man eigentlich das Etikett „il tedesco“ erwartet.
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Ferguson gleiten die Zügel aus der Hand
Manchester United steckt in einem dauerhaften Tief; Manager Alex Ferguson trauen die wenigsten Berichterstatter zu, sie wieder an die Spitze Englands und Europas zu führen. Matti Lieske (BLZ) kommentiert den Disput zwischen Ferguson und Roy Keane, seinem langjährigen Ersten Offizier: „Die Allianz zwischen Ferguson und Keane hatte die erfolgreichen Jahre von Manchester United geprägt, die im Champions-League-Gewinn von 1999 gipfelten. Dieses Band scheint zerschnitten. Ein weiteres Indiz dafür, dass Ferguson, der seit 1986 unumschränkt bei ManU herrscht, die Zügel langsam aus der Hand gleiten. muss sich zunehmend Kritik an seinem Führungsstil gefallen lassen. Ganz gegen frühere Gewohnheit hat er viele Aufgaben an seinen unpopulären Assistenten Carlos Queiroz delegiert. Die Verpflichtungen der letzten Jahre haben selten die Erwartungen erfüllt. (…) José Mourinho hat erklärt, wen er für den ärmsten Hund im englischen Fußball hält: den Nachfolger von Alex Ferguson.“